Kinder mit SSES: Grammatikentwicklung nach der Einschulung

Kinder mit Umschriebener Sprachentwicklungsstörung (USES) im Sinne der AWMF-Leitlinie holen oft nach der Einschulung auf. Manche profitieren in der Artikulation vom Schreibleseerwerb. Viele verbessern ihren Wortschatz und ihre narrativen Fähigkeiten. Neurophysiologische Untersuchungen und Langzeitbeobachtungen sprechen jedoch dafür, dass sich ihre Schwierigkeiten nicht grundlegend „auswachsen“. Graduell lässt sich das auch bei Kindern feststellen, die ab dem dritten Jahr verspätet „aufblühen“ (Late Bloomer) und in Sprachtests den unteren Normbereichen erreichen. Schwierigkeiten in der Grammatik, im Arbeitsspeicher und im Sprachverständnis scheinen gemäß dem Eisberg-Prinzip unter der Wasseroberfläche in gewichtigem Maße zu persistieren.

„Kinder mit SSES: Grammatikentwicklung nach der Einschulung“ weiterlesen

Spätsprecher: Wie geht es nach dem dritten Geburtstag weiter?

Es ist noch gar nicht so lange her, da galten alle möglichen Kinder als „SEV-Kinder“. Seit es den „Spätsprecher“-Begriff gibt, werden Kinder mit SEV (= verzögerter Spracherwerb) nun als Late-Talker (LT) bezeichnet: Kinder, die mit 24 Monaten weniger als 50 Wörter sprechen oder keine Wortkombinationen bilden. Als Spätsprecher gelten sie noch bis zum 36. Lebensmonat. Mindestens 15% aller Kinder sind davon betroffen. Kinder mit Sprachstörung als einer Spracherwerbsstörung werden nach der AWMF-Leitlinie für „Umschriebene Sprachentwicklungsstörung (USES)“ definiert. Kinder mit Sprachauffälligkeiten, die unterdurchschnittliche Leistungen in der Sprache aufweisen, aber nicht die Kriterien einer USES erfüllen, gelten als Kinder mit „Sprachschwäche“. So weit, so gut.

„Spätsprecher: Wie geht es nach dem dritten Geburtstag weiter?“ weiterlesen

Forum Kindersprache 2018: 19. und 20.01.2018 – Eltern, Kind & Sprache

Für das Forum Kindersprache 2018 konnten wir Delia Möller gewinnen

Sie ist Diplom-Psychologin und Logopädin.

In ihrem Vortrag 2018 wird sie folgende Schwerpunkte haben:

  • Inhaltliche und didaktische Aspekte der Elternpartizipation
  • Die Erfassung früher pragmatisch-kommunikativer Kompetenzen bei Kindern in der vorsprachlichen Entwicklung bzw. am Übergang zur sprachlichen Entwicklung
  • Wesentliche Strategien zur Förderung früher pragmatisch-kommunikativer Kompetenzen
  • Ausgewählte didaktische Aspekte der Elternpartizipation, z.B. das Thema „Videoarbeit  und Videofeedback“

Delia Möller arbeitete von 2000 bis 2012 im klinisch- neurologischen Bereich an der Poliklinik für Hör-, Stimm- und Sprachheilkunde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Sie ist wissenschaftlich in verschiedenen Forschungsprojekten im Bereich der Diagnostik und Therapie kindlicher Sprachentwicklungsstörungen und seit 2012 im kinder- und jugendpsychiatrischen Dienst im Gesundheitsamt Hamburg als Kinderpsychologin tätig.

In Elternkursen vermittelt sie Familien mit sprachentwicklungsverzögerten Kindern Strategien zur frühen Sprachintervention. Sie ist Autorin des Buchs Frühe Sprachintervention mit Eltern und sie vermittelt in Fortbildungskursen Theorie und Praxis der frühen elternbasierten Therapie mit Schritte in den Dialog.