Dr. Kerstin Nonn beim Forum Kindersprache 2019

Unterstützte Kommunikation: den Einstieg in die Therapie meistern

Wenn Menschen in ihrer Sprache und Kommunikation schwer beeinträchtigt sind, sind ihre Kooperationsfähigkeit und Teilhabe erschwert, ihre Lebensqualität und Selbständigkeit sind stark reduziert. Unterstützte Kommunikation (UK) stellt betroffenen Menschen, ihren Familien und ihrer sozialen Umgebung alternative oder ergänzende Kommunikationsformen zur Verfügung. Alle Beteiligten können lernen, sich via UK mitzuteilen und auszutauschen. Ein entwicklungs- und ressourcenorientierter Therapieansatz mit Lernzielen, einem systematischen Vorgehen und konkreten Tipps wird vorgestellt. Ein Schwerpunkt wird sein: Wie fange ich an? Wie reflektiere ich Möglichkeiten und Grenzen in der Versorgung einer unterstützt kommunizierenden Person?

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Die Steuerung der Tonhöhe

Seit vielen Jahren weiß man, dass alle Bewegungen in einer Hirnwindung vor der Zentralfurche (Gyrus präzentralis) gesteuert werden, auch die Motorik der Sprache. Der neuronale Ursprung von Lippen-, Zungen- und Kehlkopfbewegungen liegt in einem eng begrenzten Areal. Im Rahmen einer Studie (referiert bei damals.de) nahmen Forscher um Edward Chang von der University of California in San Francisco gezielt einen vielversprechenden Hirnbereich ins Visier: den sogenannten bilateralen dorsalen laryngealen motorischen Kortex (dLMC). Diese Hirnregion liegt zwischen bekannten Arealen, die für die Kontrolle der Hand und des Mundes sorgen.

Das Interesse der Forscher galt der Intonationshöhe von Sprache. Ein betont tief oder hoch gesprochenes Wort bekommt eine besondere Bedeutung. Auch beim Singen nutzen wir unsere Fähigkeit zur Feineinstellung der Stimmlage. Für diese Fähigkeit ist bekanntlich die Modulation der Muskelspannung im Kehlkopf verantwortlich. Je nachdem, wie Wörter oder Silben in einem Satz durch die Stimmlage oder Satzmelodie betont werden, kann das Gesprochene eine andere Bedeutung bekommen. Auch in der Grammatik spielt dieser Aspekt eine wichtige Rolle. Je nachdem, welche Wortbetonung man in einem Satz fokussiert, ändert sich die Bedeutung der Aussage.

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Die Blanko-Verordnung – der direkte Zugang zur Therapie?

Die Auswertung eines Modellvorhabens des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e.V.) und der BIG direkt gesund Krankenkasse ergeben: Blankorezepte für die Physiotherapie führen zu ebenso guten Ergebnissen wie ärztlich verordnete Therapien. Dabei diagnostizierte und verordnete der Arzt die Therapie auf einem Blankorezept. Art, Dauer und Frequenz der Therapie aber lagen in Händen der Physiotherapeuten. Darüber berichtet Christian Beneker bei Medscape.

An der Studie der BIG Krankenkasse und der IFK nahmen 630 Teilnehmer mit Rückenschmerzen und Schmerzen an den unteren Extremitäten teil. 334 Patienten stellten die Modellgruppe, 296 die Kontrollgruppe. Die Ergebnisse der beiden Gruppen sind vergleichbar bzgl. Schmerzintensität, subjektiver Lebensqualität, Kosten, Behandlungsdauer und Behandlungshäufigkeit. Das zeigt: Physiotherapie wirkt und es ist unerheblich, ob die Verordnung vom Arzt kommt. „Im europäischen Ausland, etwa in Holland oder Schweden, aber auch in Australien, ist der Direktzugang längst möglich“, sagt Ute Merz, Physiotherapeutin und Sprecherin des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) e.V..

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Fachkräftemangel in den Heilberufen

Eine ausführliche Bestandsaufnahme dieses Themas findet sich schon 2017 im Beitrag von Volker Maihack in Logos (Ausg. 4, 276-283). Hat sich seither etwas zum Guten geändert? Nein. Im Gegenteil. Der Fachkräftemangel besteht in zahlreichen Berufen, darunter auch in den Therapieberufen und bei Ärzten. 2016 arbeiteten ca. 29.000 Sprachtherapeuten in Deutschland, davon etwa die Hälfte als Teilzeitbeschäftigte. Der Frauenanteil beträgt 94%. Die Heilmittelausgaben betreffen nur 3,1% des Gesamtbudgets des Gesundheitswesens, und davon entfallen 11% auf die Sprachtherapie. Diese Zahl der prozentualen Aufwendung bleibt seit Jahren ziemlich konstant. Dementsprechend sinkt das Brutto-Durchschnittseinkommen für Logopäden und Sprachtherapeuten im Vergleich zur Gesamtlohnentwicklung in den letzten 10 Jahren um 15%!

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