Mittelohrerkrankung und Sprachstörung

Prof. Ptok und Prof. Schönweiler (Kliniken für Phoniatrie und Pädaudiologie in Hannover und Lübeck) haben in der Monatsschrift für Kinderheilkunde (3 – 2018, S. 212-217) eine Literaturrecherche publiziert, die der Frage nachgeht, wie sich häufige Mittelohrergüsse mit einer Behandlung mit Paukenröhrchen auf die Sprachentwicklung auswirken.

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Angeborene Hörstörung: je früher erkannt und behandelt desto besser

In Pediatrics (2017) wird der Frage nachgegangen, wie sich die Früherkennung angeborener beidseitiger Schwerhörigkeit auswirkt. 448 Kinder wurden nach dem 1-3-6 Protokoll früh entdeckt und versorgt: Hörscreening im 1. Lebensmonat, Diagnose bis zum 3. Monat, Intervention bis zum 6. Monat.

Im mittleren Alter von 25 Monaten hatten die Kinder, die nach diesem Vorgehen versorgt worden waren, ein signifikant besseres Vokabular. Bessere Ergebnisse waren auch vom Grad der Schwerhörigkeit, von zusätzlichen Behinderungen und dem Bildungsgrad der Eltern abhängig.

Sprachtherapie mit mehrsprachigen Kindern

Frau Prof. Dr. W. Scharff Rethfeldt ist den Teilnehmern von Forum Kindersprache bekannt. 2017 referierte sie bei uns über „Diagnostik und Therapieindikation bei kulturell und linguistisch diversen Kindern“. Kürzlich hat sie im Forum Logopädie (Heft 6 (31) November 2017, S. 18-23) in einem Beitrag mit dem Titel „Evidenzen zu Empfehlungen undAnsätzen in der Sprachtherapie mit mehrsprachigen Kindern“ darauf hingewiesen, dass die Grundlagenforschung zu Sprachentwicklungsstörungen auf der Untersuchung einsprachiger Gruppen basiert. „In Deutschland sind dabei sprachtherapeutische Maßnahmen im logopädisch-ambulanten Setting von (früh-)pädagogischen Maßnahmen der Sprachförderung grundsätzlich zu unterscheiden“. Kinder mit einer Sprachentwicklungsstörung (SES) benötigen angesichts der sehr unterschiedlichen Defizite eine individualisierte Therapie. Selbst von dem „Angebot eines optimal aufbereiteten, aber generalisierten Sprachangebotes“ im pädagogischen Kontext können sie nicht ausreichend profitieren.

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Früh abgehängt

„Früh abgehängt“ ist der Titel eines SPIEGEL Beitrags vom März 2018[1]. Darin steht u.a.: „Zweisprachig aufzuwachsen könnte ein großer Vorteil sein“. Wenn allerdings der Anteil der Kinder mit verschiedenen Nationalitäten und Religionen sehr hoch wird, dann konzentrieren sich in Kitas und Schulen Kinder aus Problemvierteln mit hoher Arbeitslosigkeit der Eltern und Armut. „Fast 70 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund in Großstädten besuchten Grundschulen, an denen mehrheitlich Zuwanderer und sozial benachteiligte Schüler lernen, stellte der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Migration und Integration (SVR) fest.“ In Berlin und Bremen beträgt der Anteil der Grundschulen, bei denen die Mehrheit der Kinder zu Hause kaum Deutsch spricht, über 40%. „Früh abgehängt“ weiterlesen

Unsere Hauptreferentin am 9.2.2019: Prof. Dr. Annette V. Fox-Boyer: Kinder mit Aussprachestörungen

Frau Prof. Dr. Annette V. Fox-Boyer ist Logopädin und international angesehene Sprachwissenschaftlerin. Sie lehrt im  Fachbereich Angewandte Gesundheitswissenschaften der Europäischen Fachhochschule (EUFHmed) in Rostock. Annette Fox-Boyer ist durch ihre praxisorientierte Forschung und Publikationen zu Diagnostik und Therapie kindlicher Aussprachestörungen bekannt. Daneben hat sie sich als Hochschullehrerin durch ihre langjährige Tätigkeit an der Hochschule Fresenius in Idstein, Hamburg und am Department of Human Communication Sciences der Sheffield University einen Namen gemacht.

Davor war sie stellvertretende Dekanin in Hamburg. Nach ihrer Ausbildung zur Logopädin in Mainz absolvierte sie den Master-Studiengang Neurospycholinguistics an der britischen Newcastle University, wo sie später auch promovierte.

Beim Forum Kindersprache 2019 wird Frau Prof. Fox-Boyer ausführlich die Arbeit mit Kindern mit Aussprachestörungen und mit PLAKKS vorstellen, der „Psycholinguistischen Analyse kindlicher Aussprachestörungen (PLAKSS-II)“. PLAKSS-II ist ein Diagnostikmaterial für Kinder mit Aussprachestörungen bei Kindern zwischen 2;6 und 8 Jahren. Das Verfahren eignet sich als Einzeltest zur Diagnose von Aussprachestörungen, als Screening im Bereich der Prävention, z. B. bei Sprachstanderhebungen im Kindergarten oder bei den U-Untersuchungen beim Kinderarzt, und zur Planung von ursachenorientierter Therapie eingesetzt werden.

Frau Prof. Fox-Boyer wird an Fallbeispielen und mit einer gemeinsamen Besprechung die Anwendung der Diagnostikverfahren für alle Berufsgruppen darstellen: Logopädinnen und Logopäden, Pädagoginnen und Pädagogen und Ärztinnen und Ärzte. Dabei wird es auch darum gehen, welche Kinder zu welchem Zeitpunkt eine Therapie brauchen. Schließlich werden die Prinzipien der Therapie erläutert und diskutiert.

 

So war Forum Kindersprache 2018

Die Ergebnisse der Teilnehmerbefragung Forum Kindersprache 2018

Mit den Fortbildungstagen war ich: 61% sehr zufrieden, 36% zufrieden

Wie gut wurden die Fortbildungstage Ihren Erwartungen und Fragen gerecht? Die Erwartungen wurden in 14% übertroffen, in 81% erfüllt

Wie viel von den Fortbildungsinhalten werden Sie in Ihrem beruflichen Alltag nutzen können? 16% sehr viel, 67% viel

Fachliche Kompetenz der Vortragenden und Aufbau der einzelnen Vorträge: für alle Referenten fast ausschließlich: sehr gut und gut

Wie zufrieden waren Sie mit der Atmosphäre an den Fortbildungstagen? Wie wohl haben Sie sich gefühlt? 77% ausgesprochen wohl gefühlt, 23% wohl gefühlt

Mit dem organisatorischen Ablauf im Vorfeld und an den Fortbildungstagen war ich in 92% sehr zufrieden, 8% zufrieden

Schon einmal eine unserer Veranstaltungen besucht? 87% ja

Danke! Diese Rückmeldungen freuen uns sehr und geben uns Mut und motivieren uns

Wir wissen es schon: Forum Kindersprache 2019 wird am 8. und 9. Februar sein

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Forum Kindersprache 2018: Eltern, Kind & Sprache

Beim Forum Kinderprache 2018 wird Egon Garstick einen Vortrag mit dem Thema „Die Bedeutung von Vätern für die (Sprach-)Entwicklung von Kindern“ halten. Herr Garstick ist Psychologe und Kinder- und Jugendtherapeut und arbeitet in Zürich.

Nach einem Studium der Sozialpädagogik in Kassel absolvierte Egon Garstick eine psychoanalytische Ausbildung in Zürich. Nach 13 Jahren Tätigkeit in einem Sonderschulheim für verhaltensauffällige Kinder arbeitet er heute als Psychotherapeut mit Kindern, Eltern und Familien im Zürcher Stadtspital Triemli und in der Stiftung Mütterhilfe. Er ist Lehranalytiker am Züricher Psychoanalytischen Seminar und Supervisor in psychiatrischen und sozialpädagogischen Institutionen.

Einflussfaktoren auf Therapiewirkung in der Kindersprachtherapie

Ein kritischer Blick auf traditionelle Annahmen in der Logopädie

Autorinnen: Julia Siegmüller, Lara Höppe

in: Forum Logopädie, Heft 1 (31), Januar 2017, 14-19

Die Arbeit ist das Ergebnis zahlreicher Studien aus dem LIN.FOR, dem Logopädischen Institut für Forschung an der Europäischen Fachhochschule in Rostock. Die Autorinnen setzen sich kritisch mit traditionellen Prämissen der Logopädie auseinander. Hier eine Zusammenfassung, die die Lektüre dieser sehr interessanten Arbeit nicht ersetzen will.

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