Die Blanko-Verordnung – der direkte Zugang zur Therapie?

Die Auswertung eines Modellvorhabens des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e.V.) und der BIG direkt gesund Krankenkasse ergeben: Blankorezepte für die Physiotherapie führen zu ebenso guten Ergebnissen wie ärztlich verordnete Therapien. Dabei diagnostizierte und verordnete der Arzt die Therapie auf einem Blankorezept. Art, Dauer und Frequenz der Therapie aber lagen in Händen der Physiotherapeuten. Darüber berichtet Christian Beneker bei Medscape.

An der Studie der BIG Krankenkasse und der IFK nahmen 630 Teilnehmer mit Rückenschmerzen und Schmerzen an den unteren Extremitäten teil. 334 Patienten stellten die Modellgruppe, 296 die Kontrollgruppe. Die Ergebnisse der beiden Gruppen sind vergleichbar bzgl. Schmerzintensität, subjektiver Lebensqualität, Kosten, Behandlungsdauer und Behandlungshäufigkeit. Das zeigt: Physiotherapie wirkt und es ist unerheblich, ob die Verordnung vom Arzt kommt. „Im europäischen Ausland, etwa in Holland oder Schweden, aber auch in Australien, ist der Direktzugang längst möglich“, sagt Ute Merz, Physiotherapeutin und Sprecherin des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) e.V..

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Fachkräftemangel in den Heilberufen

Eine ausführliche Bestandsaufnahme dieses Themas findet sich schon 2017 im Beitrag von Volker Maihack in Logos (Ausg. 4, 276-283). Hat sich seither etwas zum Guten geändert? Nein. Im Gegenteil. Der Fachkräftemangel besteht in zahlreichen Berufen, darunter auch in den Therapieberufen und bei Ärzten. 2016 arbeiteten ca. 29.000 Sprachtherapeuten in Deutschland, davon etwa die Hälfte als Teilzeitbeschäftigte. Der Frauenanteil beträgt 94%. Die Heilmittelausgaben betreffen nur 3,1% des Gesamtbudgets des Gesundheitswesens, und davon entfallen 11% auf die Sprachtherapie. Diese Zahl der prozentualen Aufwendung bleibt seit Jahren ziemlich konstant. Dementsprechend sinkt das Brutto-Durchschnittseinkommen für Logopäden und Sprachtherapeuten im Vergleich zur Gesamtlohnentwicklung in den letzten 10 Jahren um 15%!

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Datenschutzerklärung und Datum

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Und hier noch einmal die Daten für unser Forum Kindersprache im kommenden Jahr: 08. und 09.02.2019 in Tamm

Das Programm senden wir Ihnen gerne zu, etwa im September. Denken Sie bitte daran, uns Änderungen Ihrer Adresse oder Ihrer Mail-Adresse mitzuteilen.

Qualitätspapier Wahrnehmung, darin auch: Auditive Wahrnehmung

2017 wurde von der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin ein neues Qualitätspapier verabschiedet: Qualitätspapier zur Wahrnehmung und zentralen Verarbeitung von Sinnesreizen (einschließlich der Wahrnehmungsstörungen). Darin enthalten (S. 17-30) ist ein Kapitel mit dem Thema „Qualitätspapier zur Wahrnehmung und zentralen Verarbeitung von auditiven Sinnesreizen (einschließlich der auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen, „AVWS“)“. Das Papier können Sie laden und lesen unter http://www.dgspj.de/wp-content/uploads/qualitaetssicherung-papiere-wahrnehmung-2017.pdf.

Eine verkürzte Version ist jetzt in der Kinderärztlichen Praxis (Mai 2018, S. 179-185) erschienen.

Mittelohrerkrankung und Sprachstörung

Prof. Ptok und Prof. Schönweiler (Kliniken für Phoniatrie und Pädaudiologie in Hannover und Lübeck) haben in der Monatsschrift für Kinderheilkunde (3 – 2018, S. 212-217) eine Literaturrecherche publiziert, die der Frage nachgeht, wie sich häufige Mittelohrergüsse mit einer Behandlung mit Paukenröhrchen auf die Sprachentwicklung auswirken.

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Angeborene Hörstörung: je früher erkannt und behandelt desto besser

In Pediatrics (2017) wird der Frage nachgegangen, wie sich die Früherkennung angeborener beidseitiger Schwerhörigkeit auswirkt. 448 Kinder wurden nach dem 1-3-6 Protokoll früh entdeckt und versorgt: Hörscreening im 1. Lebensmonat, Diagnose bis zum 3. Monat, Intervention bis zum 6. Monat.

Im mittleren Alter von 25 Monaten hatten die Kinder, die nach diesem Vorgehen versorgt worden waren, ein signifikant besseres Vokabular. Bessere Ergebnisse waren auch vom Grad der Schwerhörigkeit, von zusätzlichen Behinderungen und dem Bildungsgrad der Eltern abhängig.

Sprachtherapie mit mehrsprachigen Kindern

Frau Prof. Dr. W. Scharff Rethfeldt ist den Teilnehmern von Forum Kindersprache bekannt. 2017 referierte sie bei uns über „Diagnostik und Therapieindikation bei kulturell und linguistisch diversen Kindern“. Kürzlich hat sie im Forum Logopädie (Heft 6 (31) November 2017, S. 18-23) in einem Beitrag mit dem Titel „Evidenzen zu Empfehlungen undAnsätzen in der Sprachtherapie mit mehrsprachigen Kindern“ darauf hingewiesen, dass die Grundlagenforschung zu Sprachentwicklungsstörungen auf der Untersuchung einsprachiger Gruppen basiert. „In Deutschland sind dabei sprachtherapeutische Maßnahmen im logopädisch-ambulanten Setting von (früh-)pädagogischen Maßnahmen der Sprachförderung grundsätzlich zu unterscheiden“. Kinder mit einer Sprachentwicklungsstörung (SES) benötigen angesichts der sehr unterschiedlichen Defizite eine individualisierte Therapie. Selbst von dem „Angebot eines optimal aufbereiteten, aber generalisierten Sprachangebotes“ im pädagogischen Kontext können sie nicht ausreichend profitieren.

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Früh abgehängt

„Früh abgehängt“ ist der Titel eines SPIEGEL Beitrags vom März 2018[1]. Darin steht u.a.: „Zweisprachig aufzuwachsen könnte ein großer Vorteil sein“. Wenn allerdings der Anteil der Kinder mit verschiedenen Nationalitäten und Religionen sehr hoch wird, dann konzentrieren sich in Kitas und Schulen Kinder aus Problemvierteln mit hoher Arbeitslosigkeit der Eltern und Armut. „Fast 70 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund in Großstädten besuchten Grundschulen, an denen mehrheitlich Zuwanderer und sozial benachteiligte Schüler lernen, stellte der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Migration und Integration (SVR) fest.“ In Berlin und Bremen beträgt der Anteil der Grundschulen, bei denen die Mehrheit der Kinder zu Hause kaum Deutsch spricht, über 40%. „Früh abgehängt“ weiterlesen

Unsere Hauptreferentin am 9.2.2019: Prof. Dr. Annette V. Fox-Boyer: Kinder mit Aussprachestörungen

Frau Prof. Dr. Annette V. Fox-Boyer ist Logopädin und international angesehene Sprachwissenschaftlerin. Sie lehrt im  Fachbereich Angewandte Gesundheitswissenschaften der Europäischen Fachhochschule (EUFHmed) in Rostock. Annette Fox-Boyer ist durch ihre praxisorientierte Forschung und Publikationen zu Diagnostik und Therapie kindlicher Aussprachestörungen bekannt. Daneben hat sie sich als Hochschullehrerin durch ihre langjährige Tätigkeit an der Hochschule Fresenius in Idstein, Hamburg und am Department of Human Communication Sciences der Sheffield University einen Namen gemacht.

Davor war sie stellvertretende Dekanin in Hamburg. Nach ihrer Ausbildung zur Logopädin in Mainz absolvierte sie den Master-Studiengang Neurospycholinguistics an der britischen Newcastle University, wo sie später auch promovierte.

Beim Forum Kindersprache 2019 wird Frau Prof. Fox-Boyer ausführlich die Arbeit mit Kindern mit Aussprachestörungen und mit PLAKKS vorstellen, der „Psycholinguistischen Analyse kindlicher Aussprachestörungen (PLAKSS-II)“. PLAKSS-II ist ein Diagnostikmaterial für Kinder mit Aussprachestörungen bei Kindern zwischen 2;6 und 8 Jahren. Das Verfahren eignet sich als Einzeltest zur Diagnose von Aussprachestörungen, als Screening im Bereich der Prävention, z. B. bei Sprachstanderhebungen im Kindergarten oder bei den U-Untersuchungen beim Kinderarzt, und zur Planung von ursachenorientierter Therapie eingesetzt werden.

Frau Prof. Fox-Boyer wird an Fallbeispielen und mit einer gemeinsamen Besprechung die Anwendung der Diagnostikverfahren für alle Berufsgruppen darstellen: Logopädinnen und Logopäden, Pädagoginnen und Pädagogen und Ärztinnen und Ärzte. Dabei wird es auch darum gehen, welche Kinder zu welchem Zeitpunkt eine Therapie brauchen. Schließlich werden die Prinzipien der Therapie erläutert und diskutiert.

 

So war Forum Kindersprache 2018

Die Ergebnisse der Teilnehmerbefragung Forum Kindersprache 2018

Mit den Fortbildungstagen war ich: 61% sehr zufrieden, 36% zufrieden

Wie gut wurden die Fortbildungstage Ihren Erwartungen und Fragen gerecht? Die Erwartungen wurden in 14% übertroffen, in 81% erfüllt

Wie viel von den Fortbildungsinhalten werden Sie in Ihrem beruflichen Alltag nutzen können? 16% sehr viel, 67% viel

Fachliche Kompetenz der Vortragenden und Aufbau der einzelnen Vorträge: für alle Referenten fast ausschließlich: sehr gut und gut

Wie zufrieden waren Sie mit der Atmosphäre an den Fortbildungstagen? Wie wohl haben Sie sich gefühlt? 77% ausgesprochen wohl gefühlt, 23% wohl gefühlt

Mit dem organisatorischen Ablauf im Vorfeld und an den Fortbildungstagen war ich in 92% sehr zufrieden, 8% zufrieden

Schon einmal eine unserer Veranstaltungen besucht? 87% ja

Danke! Diese Rückmeldungen freuen uns sehr und geben uns Mut und motivieren uns