Früh abgehängt

„Früh abgehängt“ ist der Titel eines SPIEGEL Beitrags vom März 2018[1]. Darin steht u.a.: „Zweisprachig aufzuwachsen könnte ein großer Vorteil sein“. Wenn allerdings der Anteil der Kinder mit verschiedenen Nationalitäten und Religionen sehr hoch wird, dann konzentrieren sich in Kitas und Schulen Kinder aus Problemvierteln mit hoher Arbeitslosigkeit der Eltern und Armut. „Fast 70 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund in Großstädten besuchten Grundschulen, an denen mehrheitlich Zuwanderer und sozial benachteiligte Schüler lernen, stellte der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Migration und Integration (SVR) fest.“ In Berlin und Bremen beträgt der Anteil der Grundschulen, bei denen die Mehrheit der Kinder zu Hause kaum Deutsch spricht, über 40%. „Früh abgehängt“ weiterlesen

Unsere Hauptreferentin am 9.2.2019: Prof. Dr. Annette V. Fox-Boyer: Kinder mit Aussprachestörungen

Frau Prof. Dr. Annette V. Fox-Boyer ist Logopädin und international angesehene Sprachwissenschaftlerin. Sie lehrt im  Fachbereich Angewandte Gesundheitswissenschaften der Europäischen Fachhochschule (EUFHmed) in Rostock. Annette Fox-Boyer ist durch ihre praxisorientierte Forschung und Publikationen zu Diagnostik und Therapie kindlicher Aussprachestörungen bekannt. Daneben hat sie sich als Hochschullehrerin durch ihre langjährige Tätigkeit an der Hochschule Fresenius in Idstein, Hamburg und am Department of Human Communication Sciences der Sheffield University einen Namen gemacht.

Davor war sie stellvertretende Dekanin in Hamburg. Nach ihrer Ausbildung zur Logopädin in Mainz absolvierte sie den Master-Studiengang Neurospycholinguistics an der britischen Newcastle University, wo sie später auch promovierte.

Beim Forum Kindersprache 2019 wird Frau Prof. Fox-Boyer ausführlich die Arbeit mit Kindern mit Aussprachestörungen und mit PLAKKS vorstellen, der „Psycholinguistischen Analyse kindlicher Aussprachestörungen (PLAKSS-II)“. PLAKSS-II ist ein Diagnostikmaterial für Kinder mit Aussprachestörungen bei Kindern zwischen 2;6 und 8 Jahren. Das Verfahren eignet sich als Einzeltest zur Diagnose von Aussprachestörungen, als Screening im Bereich der Prävention, z. B. bei Sprachstanderhebungen im Kindergarten oder bei den U-Untersuchungen beim Kinderarzt, und zur Planung von ursachenorientierter Therapie eingesetzt werden.

Frau Prof. Fox-Boyer wird an Fallbeispielen und mit einer gemeinsamen Besprechung die Anwendung der Diagnostikverfahren für alle Berufsgruppen darstellen: Logopädinnen und Logopäden, Pädagoginnen und Pädagogen und Ärztinnen und Ärzte. Dabei wird es auch darum gehen, welche Kinder zu welchem Zeitpunkt eine Therapie brauchen. Schließlich werden die Prinzipien der Therapie erläutert und diskutiert.

 

So war Forum Kindersprache 2018

Die Ergebnisse der Teilnehmerbefragung Forum Kindersprache 2018

Mit den Fortbildungstagen war ich: 61% sehr zufrieden, 36% zufrieden

Wie gut wurden die Fortbildungstage Ihren Erwartungen und Fragen gerecht? Die Erwartungen wurden in 14% übertroffen, in 81% erfüllt

Wie viel von den Fortbildungsinhalten werden Sie in Ihrem beruflichen Alltag nutzen können? 16% sehr viel, 67% viel

Fachliche Kompetenz der Vortragenden und Aufbau der einzelnen Vorträge: für alle Referenten fast ausschließlich: sehr gut und gut

Wie zufrieden waren Sie mit der Atmosphäre an den Fortbildungstagen? Wie wohl haben Sie sich gefühlt? 77% ausgesprochen wohl gefühlt, 23% wohl gefühlt

Mit dem organisatorischen Ablauf im Vorfeld und an den Fortbildungstagen war ich in 92% sehr zufrieden, 8% zufrieden

Schon einmal eine unserer Veranstaltungen besucht? 87% ja

Danke! Diese Rückmeldungen freuen uns sehr und geben uns Mut und motivieren uns

Wir wissen es schon: Forum Kindersprache 2019 wird am 8. und 9. Februar sein

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Forum Kindersprache 2018: Eltern, Kind & Sprache

Beim Forum Kinderprache 2018 wird Egon Garstick einen Vortrag mit dem Thema „Die Bedeutung von Vätern für die (Sprach-)Entwicklung von Kindern“ halten. Herr Garstick ist Psychologe und Kinder- und Jugendtherapeut und arbeitet in Zürich.

Nach einem Studium der Sozialpädagogik in Kassel absolvierte Egon Garstick eine psychoanalytische Ausbildung in Zürich. Nach 13 Jahren Tätigkeit in einem Sonderschulheim für verhaltensauffällige Kinder arbeitet er heute als Psychotherapeut mit Kindern, Eltern und Familien im Zürcher Stadtspital Triemli und in der Stiftung Mütterhilfe. Er ist Lehranalytiker am Züricher Psychoanalytischen Seminar und Supervisor in psychiatrischen und sozialpädagogischen Institutionen.

Einflussfaktoren auf Therapiewirkung in der Kindersprachtherapie

Ein kritischer Blick auf traditionelle Annahmen in der Logopädie

Autorinnen: Julia Siegmüller, Lara Höppe

in: Forum Logopädie, Heft 1 (31), Januar 2017, 14-19

Die Arbeit ist das Ergebnis zahlreicher Studien aus dem LIN.FOR, dem Logopädischen Institut für Forschung an der Europäischen Fachhochschule in Rostock. Die Autorinnen setzen sich kritisch mit traditionellen Prämissen der Logopädie auseinander. Hier eine Zusammenfassung, die die Lektüre dieser sehr interessanten Arbeit nicht ersetzen will.

„Einflussfaktoren auf Therapiewirkung in der Kindersprachtherapie“ weiterlesen

Aus dem Zentrum für Entwicklung und Lernen (ZEL) in Heidelberg

Das Heidelberger Elterntraining (HET) gibt es seit 2011 auch als Buch (2. Aufl.):

Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung

 Das Beratungs-Angebot im ZEL wird erweitert durch:

TASK – Training Autismus Sprache Kommunikation

Ein Elterntraining zur Förderung sozialer Kommunikation bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung

 Neben Frau Dr. Jooss und Frau Dr. Buschmann vom ZEL sind die Referentinnen Frau Prof. Dr. med. Noterdaeme und Frau Fröhlich (Dipl.-Sozialpädagogin, Kinder- und Jugendlichenpsycho-therapeutin) vom Behandlungszentrum für Autismus und Entwicklungsstörungen im Josefinum Augsburg, das von Frau Fröhlich geleitet wird.

Übrigens: Das Heidelberger Elterntraining wird auch von Thorsten Lindenmeyer durchgeführt. Informationen erhalten Sie unter www.spracheverbindetuns.de

Wann lernen Babys das Wortverständnis?

Es ist weitgehend anerkannt, dass das Erlernen von Wörtern mit der Wahrnehmung von einfachen sprachlichen Signalen beginnt: Konsonanten, Vokale und deren Kombinationen als grundlegende Bausteine. Lange Zeit hat man geglaubt, dass Säuglinge Wortbedeutungen mit 9-15 Monaten lernen. Offensichtlich beginnt jedoch das Verstehen von Wörtern eher als gedacht. „Kinder lernen sehr früh, was Worte bedeuten“, sagt Elika Bergelson, Professorin für Psychologie an der Duke University in  North Carolina. Sie stützt sich dabei auf die Ergebnisse von zwei Studien.

2012 veröffentlichte sie bei PNAS eine Arbeit mit dem Titel „At 6–9 months, human infants know the meanings of many common nouns“, in der sie feststellte, dass 6-9 Monate alte Säuglinge bereits zu den richtigen Wortkarten schauen, wenn eine davon von einem Elternteil benannt wird.

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Forum Kindersprache 19.und 20.01.2018 – Eltern, Kind & Sprache

Zum Forum Kinderprache 2018 haben wir Frau Prof. Dr. Sabine Weinert eingeladen. Frau Prof. Weinert ist Entwicklungspsychologin und beschäftigt sich mit Veränderungen und Konstanzen im Verhalten und Erleben sowie im Lernen und Leisten des Menschen. Sie leitet den Lehrstuhl I für Psychologie an der Universität Bamberg.

Ihr Vortrag wird den Titel haben: Spracherwerb im Kindesalter: Bedeutung und Förderung. Uns interessieren besonders auch soziale Einflüsse auf die frühe sprachliche Entwicklung.

Frau Prof. Weinert führt mit BiKS eine bedeutende langfristige und interdisziplinäre Längsschnittstudie durch, in der bereichsspezifische und globale Effekte frühkindlicher Entwicklungen und Bildungserfahrungen beobachtet werden.

Seit Mitte 2005 begleitete die Forschergruppe BiKS fast 4.000 Kinder in den beiden Längsschnittstudien BiKS-3-10 und BiKS-8-14 auf ihrem Bildungsweg. Dabei konnten viele wichtige neue Erkenntnisse über kindliche Kompetenzentwicklungsverläufe, Bildungsentscheidungen und der Bedeutung und den Einfluss von verschiedenen Lernumwelten gewonnen werden.